...wenn das Küken glaubt, es besser als die Henne zu wissen...
Stand 04.07.2010
Das ist jetzt aber wirklich ärgerlich, ich fand heute heraus, warum mein Delta dieses Jahr noch nicht so wirklich will.
Ich verbaute letztes Jahr ja ne neue Benzinpumpe, nämlich eine Walbro-Pumpe welche eine erhöhte Fördermenge bietet. Die Originale kann 160 Liter in der Stunde fördern, die Walbro 255 Liter. Der wesendliche Vorteil dieser Pumpe liegt im höheren Druckaufbau.
So weit, so gut, nur seit ich die neue Pumpe eingebaut hatte, hatte der Delta merklich weniger Leistung, manchmal sogar kleine Aussetzer. Leider war es mir nicht möglich den Fehler genauer zu lokalisieren da ich ja nur wenige Male im Jahr mit dem Delta fahre. Aber gestern hatte ich mir nicht viel vorgenommen da ich Nachmittags das Fußballspiel Deutschland-Argentinien anschauen wollte und beschloss deshalb, mich vormittags kurz dem Integrale zu widmen.
Ich hatte ja schon alles im Vorfeld überprüft, Zündkerzen, Zündkabel, Verteilerfinger und Verteilerdose sind komplett neuwertig. Deswegen wollte ich einen Benzindruckmesser anbauen und überprüfen, wie sich dieser im Fahrbetrieb verhält.
[Bild] ...Druckmanometer aus dem Hydraulikanlagenbau...
[Bild] ...Hochdruckhydraulikanschluss am Benzinfilter um Druck abnehmen zu können...
[Bild] ...Druckmanometer ist angeschlossen...
Und so verhält es sich dann bei laufendem Motor, der Benzindruck regelt sich je nach Unter- oder Ladedruck.
Bei Darstellungsproblem des Videos einfach hier klicken!
Ich begab mich dann auf die Strecke, fuhr den Delta warm und überprüfte dann einige Male beim Beschleunigen, wie sich der Benzindruck verhält. Bei Leerlaufdrehzahl (mit aufgesteckter Unterdruckleitung am Regler, mit abgezogener Unterdruckleitung am Regler sind es 3,2 Bar) hatte ich 2,9 Bar, bei 3000 U/min hatte ich ca. 3,7 Bar, dann ab 4000 U/min waren es mit schon mächtig Ladedruck nur noch 3,1 Bar, bei 6000 U/min lagen dann nur noch 2,9 Bar Benzindruck an.
Mir war sofort klar, dass das nicht gut ist, ich fuhr langsam heim und wollte dies kurz mit Andreas Kreuz abklären. Ich rief ihn an und gab ihm kurz die Werte durch, welche ich heraus gefahren hatte. Er erklärte mir dass entweder meine Pumpe kaputt sei, oder mein Druckregler den Dienst versagte, oder meine Spannungsversorgung an der Pumpe zusammen brach da diese nun mehr Strom zieht. Er meinte, bei Volllast müssten 4 Bar anstehen.
Hört, hört !!! Ich konnte es kaum glauben, als Andreas die Spannungsversorgung der Pumpe ansprach, da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich hatte ja vor Jahren schon einmal ne große Diskussion im Münchner Integrale-Forum verfolgt, in welcher der Andreas erklärt hatte, dass man unbedingt die Spannungsversorgung bei der großen Walbro umbauen musste, denn sonst würde diese sogar noch weniger Fördermenge wie die originale bringen. Ich muss zugeben, als ich die Walbro letztes Jahr eingebaut hatte, überlegte ich mir noch kurz, ob ich die Spannungsversorgung zur Pumpe neu und mit größeren Leitungen legen wollte, ich dachte mir aber "Ich fahr doch nur kleine Leistung, für mich wird das ja nicht zutreffen".
Da dachte das Küken, es wisse es besser. Und nun kann ich den Delta wieder zerlegen und die neuen Leitungen (Relaisgesteuert) einziehen.
Jetzt weiß ich auch, warum er beim Flugplatzblasen 2009 nicht so sauber lief,.....und ich bin froh, dass ich mir den Motor nicht zu Schrott gefahren hab, das war nämlich gefährlich und hätte ins Auge gehen können.
Stand 07.07.2010
Die Kabel und das Relais hab ich schon beschafft, in ein paar Tagen ist dieses Problem ebenfalls eliminiert.
[Bild] ...Kabel 6mm²...
Stand 30.07.2010
Heute hab ich die Leitungen in den Integrale eingezogen.
[Bild] ...Leitung eingezogen...
[Bild] ...Kabel 6mm² in den Innenraum gelegt...
[Bild] ...Schutztülle eingezogen...
[Bild] ...vorgefertigter Sicherungsblock an Kabel angebracht...
[Bild] ...verlötet...
[Bild] ...Schrumpfschlauch auf Lötstelle eingeschrumpft...
[Bild] ...Kabelschuh für Batterie angelötet, mit Schrumpfschlauch versehen...
[Bild] ...Schutztülle angebracht und Versorgungskabel der Benzinpumpe mit Kabelbinder sauber verlegt...
[Bild] ...das ist der eingebrachte Sicherungsblock...
[Bild] ...und hier wird die Sicherung für die Benzinpumpe gesteckt...
[Bild] ...Versorgungskabel im Innenraum in Schutztülle gepackt und sauber verlegt...
[Bild] ...bis zur Benzinpumpe verlegt...
[Bild] ...und mit Relaissteuerung versehen...
Da ich in den Unterboden keine Blechschraube schrauben wollte um das Relais zu befestigen, habe ich mich eines Blechstreifens bedient. Somit beschädige ich nicht den darunter liegenden Tank durch die Karosserieschraube.
Ich hab dann auch noch ne Probefahrt gemacht, das Ergebnis verwunderte mich natürlich sehr. Ich schloss wieder den Druckmanometer an und fuhr ne kleine Runde um eine dynamische Messung machen zu können. Nachdem er Betriebstemperatur hatte, gab ich dann auf einer einsamen Hinterlandsstrasse ein bisserl Gas. Der Benzindruck lag im Standgas nach wie vor bei 3 Bar, als ich auf der Landstrasse ein wenig beschleunigte und der Ladedruck bei 3000 U/min langsam stieg hatte ich wieder die 3,7 Bar Benzindruck. Im 3 Gang dann unter Volllast stieg der Benzindruck dann bis auf 4,8 Bar an. Was mich hierbei komplett verwunderte, das Ruckeln und Stottern beim Beschleunigen was ich seit Benzinpumpenumbau hatte, war komplett eliminiert. Mehr noch, der Delta schob dermaßen heftig an dass ich wirklich im ersten Moment komplett erschrocken war. So brutal lief er noch nie, zum einen erfreute mich dies, zum anderen wusste ich sofort dass das auch weitere Schlüsse zu lässt.
Ich beschleunigte noch ein paar Male und beobachtete den Benzindruck, jedes Mal lief er bis auf 4,8 Bar hoch. Ich hielt dann an, entfernte den Messaufbau und ging dann nochmals auf Strecke. Ich testete dann natürlich nochmals wie er so lief und musste wirklich abermals erfahren, dass er nun wirklich brachial lief.
Was ist also passiert? Ladedruck und alles andere wie Steuergerät und mechanische Komponenten waren seit Jahren unverändert. Alles bei meinem Integrale eingetragen und legalisiert. Als ich diese Veränderung heute erfuhr war mir sofort klar dass mein Delta seit Jahren wohl ein Problem mit der Kraftstoffzufuhr gehabt haben musste. Er lief wohl im Standgas die letzten Jahre sauber denn ASU und Leistungsausbeute stimmten ja auch einigermaßen. Aber bei Volllast war wohl die originale Benzinpumpe überfordert weswegen das Gemisch wohl abmagerte und deswegen auch Leistung gefehlt hatte. Und als ich dann noch die größere Walbro einbaute, verschärfte ich diese Thematik mit der Tatsache dass die Spannungsversorgung wohl nun auch nicht mehr mit kam weswegen der Delta nun auch noch beim Beschleunigen ruckelte.
Warum hab ich damit nicht den Motor verblasen? Es ist ja so, wenn das Gemisch am Turbomotor derart abmagert dass der Motor sogar schon mit Ruckeln antwortet, dann hat man emense Verbrennungstemperaturen. Und durch diese schmelzen dann Ventile und Kolben bei Volllastorgien weg. Ein kapitaler Motorschaden wäre die Folge.
Ein Glück dass ich es in letzter Zeit nie übertrieben habe, wenn ich auf der Landstrasse mal ein Auto überhole ziehe ich den 3. und den 4. durch und geh dann wieder vom Gas, das hat mich wohl vor dem sicheren Motorentod bewahrt.
Die Autobahn hätte er so nicht überlebt.
...Man lernt eben nie aus...