...wie alles begann...
19.06.2010
Der Motorsport hatte es uns Wangener schon sehr früh angetan. Schon vor meinem 18. Geburtstag modifizierte ich mit meinem Bruder einen Opel Kadett B um mit diesem dann nach meinem 18. Geburtstag an diversen Stock-Car-Rennen teil zu nehmen. Aber nach einigen Jahren des beinharten Motorsports beim Stock-Car-Rennen wurde ich auf den Automobilslalom aufmerksam. Ich trat in den WAC-Lindenberg ein bei welchem die interne Clubmeisterschaft auch über Läufe an Berg- und Rundstreckenrennen verfügte. Beim WAC nahm ich dann mehrere Jahre mit meinem Kadett C an diversen Rennen teil, nur rechte es leider nie für Spitzenplatzierungen aus da die Technik entsprechend seriennah war. Und in diesem Augenblick bekam ich von einem Vereinskameraden die Nachricht, dass ein Rennfahrer seinen rennfertigen Gruppe F Wagen verkaufen wollte welcher schon über jene Technik verfügte, welche ich als Mindestmaß definieren würde.
Hierbei handelte es sich um mein aktuelles C-Coupe, doch damals noch als angemeldetes Straßenauto- mit einem 2 ltr. 8-Ventil-Motor und 45er Webervergasern welcher 180PS leistete. Das Getriebe war ein 5-Gang-ZF welches die Kraft an die 40% gesperrte 4,22er Hinterachse weiter gab. Diese Chance lies ich mir natürlich nicht entgehen und schlug bei dieser Offerte zu.
Ich kann mich noch recht gut daran erinnern, dieses C-Coupe hatte 40PS mehr als mein altes Kadett C Coupe, ich kam zu Anfangs nur schwer damit klar denn die 40-Mehr-PS wollten in Zaun gehalten werden was mir erst nach einigen Rennen richtig gelang. Auch musste in den Wagen noch einiges an Arbeit gesteckt werden, das Getriebe musste unbedingt neu synchronisiert werden und die Karosserie benötigte ebenfalls ein wenig Handarbeit. Auch die Hinterachse bekam eine neue Sperre da die alte wohl immer mehr ihren Dienst versagen sollte.
So fuhr ich wieder einige Rennen und begab mich dann noch an den Motor welcher ebenfalls eine Revision benötigte. Kolbenringe, Nockenwelle und alle Lager im Motor wurden erneuert.
So fuhr ich wieder einige Rennen bis ich wieder an Leistungsgrenzen stieß, welche ich nicht überwinden konnte. Der Motor hatte einfach zu wenig Potenzial um Spitzenplätze herausfahren zu können. Ich stand immer weniger bei der Clubmeisterschaft auf den Podiumsplätzen, so entschied ich mich meinen Kadett auf 16-Ventiltechnik um zu bauen. Ich verbaute einen 2 ltr. 16V mit A400 Zylinderkopf welcher von mir noch weiter modifiziert wurde. Dieser leistete dann 240 PS was für einige Siege beim Allgäu-Bodensee-Pokal und Schwäbisch-Alb-Pokal und 4 Gesamtsiege in der Clubmeisterschaft reichte.
Leider reichte es aber nicht, die großen Rennen der Gruppe H für mich zu entscheiden, das Problem lag einfach daran dass der Kadett C Coupe einfach ein Gruppe F Auto war und mit seinen 960KG viel zu schwer war. Ich brachte dann den Kadett allmählich auf den Stand eines Gruppe H Autos. Ich verbaute Türen, Front- und Heckklappe, Kotflügel und Armaturenbrett aus Kohlefaser um das Gewicht unter die 900KG drücken zu können.
Ein weiteres Problem war die vom Vorbesitzer installierte Vorderachskonstruktion, diese war viel zu schwer und wurde von mir weiter Gewichtsoptimiert. Durch diese Modifikation erreichte ich dann die 846KG welche die Wettbewerbsfähigkeit nochmals steigerte.
Im Winter 98/99 wurde dann noch die Karosserie verbreitert um von 8" Slicks auf 9" Slicks wechseln zu können. Ich unternahm zur Saison 2006 noch die Änderung auf 10" Slicks vor was jedoch recht schnell wieder zurück gerüstet wurde. Der Kadett hatte derart Gripp dass das Auto nicht mehr kontrolliert driftete sondern sich aufstellte und zu überschlagen drohte. Auch das Fahrwerk wurde nun nochmals angegangen, das Koni-Fahrwerk musste einem voll einstellbaren Fahrwerk aus dem Hause KW weichen.
Leider hatte ich 2003 und wieder 2006 jeweils einen Motorschaden weswegen ich die Saison 2007 erstmalig komplett defektfrei durchfahren konnte. Hierbei möchte ich mich herzlichst bei der Fa. Claus Böhm (unter Links) bedanken welche nicht nur die nötige Leistung zur Verfügung stellte, der Motor läuft nun mit einer solchen Zuverlässigkeit wie man sie sich nur erträumen kann. Mit 278 Prüfstands-PS ist er auf Standhaftigkeit gebaut, natürlich hätte die Fa. Böhm noch weitere PSe gefunden, leider dann aber auf Kosten der Standhaftigkeit.
Als großen Unterschied zu den leistungsstärkeren (auch motorseitig) Wagen in der Gruppe H möchte ich noch erklären dass ich über kein sequenzielles 6-Gang-Getriebe und 15" Fahrwerk verfüge wie viele Mitstreiter. Dies versuche ich durch absolutes Einhalten der Ideallinie zu kompensieren.
